Caipirinha-Rezept: so mixt du das brasilianische Original
Caipirinha-Rezept wie in Brasilien: Cachaça, Limette, weißer Zucker und grob gebrochenes Eis. Dazu Einkaufstipps für Deutschland und typische Barfehler.
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Rezept auf einen Blick
1 Portion
- Vorbereitung
- 5 Min.
- Garzeit
- 0 Min.
- Gesamtzeit
- 5 Min.
- Schwierigkeit
- leicht
Für eine Caipirinha brauchst du vier Zutaten: Cachaça, Limette, Zucker und Eis. Trotzdem schmeckt der Drink in vielen deutschen Bars anders als an einer Strandbude in Rio de Janeiro. Meist liegt das an braunem Zucker und einem Berg Crushed Ice. Dieses Caipirinha-Rezept hält sich an das brasilianische Original, und alles, was du dafür brauchst, bekommst du in Deutschland.
Zutaten für 1 Portion
Für 1 Glas
- 1 Limette (Tahiti-Limette)
- 2 bis 3 TL weißer Zucker (etwa 10 bis 15 g)
- 50 bis 60 ml weiße Cachaça (prata oder branca)
- Eiswürfel, grob gebrochen
Zubereitung
- Die Limette heiß waschen, beide Enden abschneiden und die Frucht längs halbieren. Den weißen Strang in der Mitte herausschneiden und jede Hälfte in drei oder vier Stücke teilen.
- Limettenstücke und Zucker in einen niedrigen, schweren Tumbler mit etwa 300 ml Inhalt geben.
- Mit einem Stößel vier- bis fünfmal behutsam andrücken, ohne zu reiben, bis Saft austritt und sich der Zucker darin auflöst.
- Das Glas mit grob gebrochenem Eis füllen und die Cachaça darübergießen.
- Mit einem Barlöffel umrühren, bis sich der restliche Zucker gelöst hat, und sofort servieren.
Rezept von EloYellow Brasil: https://eloyellow-brasil.de/rezepte/caipirinha-rezept
Die Caipirinha stammt aus dem Landesinneren von São Paulo
Der Name ist die Verkleinerungsform von "caipira". So nennt man in Brasilien die Landbevölkerung, vor allem im Inneren des Bundesstaats São Paulo. Wie der Drink entstanden ist, lässt sich nicht sicher belegen. Das Brasilianische Cachaça-Institut IBRAC erzählt es so: Die Caipirinha kam 1918 während der Spanischen Grippe im Hinterland von São Paulo als Hausmittel auf und wurde bei der Woche der Modernen Kunst im Februar 1922 bekannt. Eine andere Überlieferung, die dem Historiker Luís da Câmara Cascudo zugeschrieben wird, verlegt sie zu Großgrundbesitzern rund um Piracicaba im 19. Jahrhundert.
Sicher ist: Ohne Cachaça ist es keine Caipirinha. Brasilien schützt den Namen Cachaça seit 2001 per Dekret als geografische Angabe. Das Getränkedekret Nr. 12.709 vom 31. Oktober 2025 hat die Verordnung von 2009 abgelöst. Es definiert Cachaça als Zuckerrohrbrand aus Brasilien mit 38 bis 48 Volumenprozent Alkohol. Die industriell abgefüllte Caipirinha beschreibt es als typisches Getränk Brasiliens aus Cachaça, Limette und Zucker, mit 15 bis 36 Volumenprozent.
Im Glas ist die Caipirinha kräftig sauer und deutlich süß, dahinter steht das pflanzliche Aroma des Zuckerrohrs. Cachaça wird aus vergorenem Zuckerrohrsaft gebrannt, Rum dagegen meist aus Melasse. Deutschland ist für Cachaça ein wichtiger Markt: 2022 ging laut IBRAC mengenmäßig mehr exportierte Cachaça hierher als in jedes andere Land.
Zutaten: darauf achtest du beim Einkauf in Deutschland
Cachaça
Für die klassische Caipirinha nimmst du eine weiße Cachaça, auf dem Etikett oft "prata" oder "branca" genannt. Sie ist ungelagert oder lag in Holz, das kaum Geschmack abgibt. Laut IBRAC gilt das zum Beispiel für Freijó und weißes Jequitibá. Cachaças aus europäischer Eiche sind bernsteinfarben und schmecken nach Mandeln und Nüssen, auch Amburana und Jatobá prägen das Aroma stark. Solche Flaschen trinkst du besser pur.
Steht "Cachaça de alambique" auf der Flasche, wurde sie nach brasilianischem Recht ausschließlich in kupfernen Brennblasen destilliert. Für die Caipirinha taugt Brennblasenware genauso wie Cachaça aus der Kolonne. Du bekommst Cachaça im Supermarkt, im Getränkehandel, online und in brasilianischen Lebensmittelläden.
Limetten
Im Supermarkt liegt meist die Persische Limette, auch Tahiti-Limette genannt. Sie ist die weltweit am häufigsten angebaute Limettensorte. In Brasilien heißt sie "limão taiti", und genau diese Frucht kommt dort in die Caipirinha. Die meisten Limetten in Europa kommen inzwischen aus Brasilien: Laut dem Fachportal FreshPlaza (Juli 2026) liefert das Land rund 200.000 Tonnen im Jahr, Mexiko nur 30.000 bis 40.000.
Such dir Früchte mit glatter, glänzender Schale aus, die auf leichten Druck etwas nachgeben. Wasch sie gründlich, denn die Schale landet mit im Glas.
Zucker
Das Original wird mit weißem Zucker gemacht. Die International Bartenders Association (IBA) nennt in ihrem offiziellen Rezept weißen Rohrzucker, normaler Haushaltszucker funktioniert genauso. Am schnellsten löst sich feiner Zucker, den du im Backregal als "Feinster Zucker" findest. Brauner Rohrzucker bringt Karamell- und Melassenoten mit, die die Cachaça überdecken.
Eis
Nimm Eiswürfel und brich sie grob, so sieht es auch die IBA vor. Dafür schlägst du die Würfel in ein Küchentuch und klopfst zwei- oder dreimal mit dem Nudelholz darauf. Fein zerstoßenes Crushed Ice ist etwas anderes, dazu weiter unten mehr.
Das Caipirinha-Rezept Schritt für Schritt
Pro Glas rechnest du mit einer Limette, 2 bis 3 Teelöffeln Zucker und 50 bis 60 ml Cachaça. Die IBA nennt 60 ml Cachaça und 4 Teelöffel Zucker. Das ist vielen zu süß, taste dich lieber von unten heran.
Schneide an der Limette beide Enden ab und halbiere sie längs. Den weißen Strang in der Mitte schneidest du heraus, er macht den Drink bitter. Jede Hälfte teilst du in drei oder vier Stücke und gibst sie mit dem Zucker in einen niedrigen, schweren Tumbler mit etwa 300 ml Inhalt.
Jetzt drückst du die Limetten mit einem Stößel vier- bis fünfmal an, behutsam, wie es auch die IBA verlangt. Reib dabei nicht, du willst Saft und keinen Brei. Dann füllst du das Glas mit Eis, gießt die Cachaça darüber und rührst mit einem Barlöffel um, bis sich der Zucker gelöst hat. Wenn du keinen Stößel hast, nimm den Griff eines Holzkochlöffels oder das Ende eines Nudelholzes.
Caipiroska, Caipiríssima und andere Varianten
Mit Wodka heißt der Drink Caipiroska, mit Rum Caipiríssima. Die Zubereitung bleibt gleich. Beide sind auch in Brasilien verbreitet, eine Caipirinha ist aber nur die Version mit Cachaça. Den Unterschied schmeckst du sofort: Mit Wodka schmeckt der Drink fast nur nach Limette, mit Rum runder und süßlicher. Erst die Cachaça bringt die grüne, leicht herbe Note.
In Brasilien sind Fruchtversionen beliebt, oft Caipifruta genannt. Dafür kommen Maracuja, Erdbeeren, Kiwi, Ananas oder Mango statt oder zusätzlich zur Limette ins Glas. Mit japanischem Sake wird daraus die Sakerinha. Für eine alkoholfreie Version drückst du Limette und Zucker wie gewohnt an und füllst mit Sodawasser auf.
Typische Fehler in deutschen Bars
In vielen deutschen Bars bekommst du eine Caipirinha, die vom brasilianischen Vorbild deutlich abweicht. Das sind die häufigsten Unterschiede:
- Brauner Rohrzucker färbt den Drink bräunlich und legt Karamellgeschmack über die Cachaça. In Brasilien nimmt man weißen Zucker.
- Crushed Ice bis zum Rand schmilzt schnell und verwässert den Drink in wenigen Minuten. Grob gebrochene Eiswürfel halten ihn kalt und verdünnen ihn langsamer.
- Wer die Limette zu Mus stampft, löst Bitterstoffe aus Schale und weißem Kern.
- Zitronenlimonade, Ginger Ale oder Soda zum Auffüllen gehören nicht in eine klassische Caipirinha.
- Mit Limettensaft aus der Flasche fehlen die Öle aus der Schale, die dem Drink sein Aroma geben.
Tipps für eine bessere Caipirinha
Mix erst, wenn deine Gäste da sind. Liegen die Limettenstücke lange im Alkohol, wird der Drink bitterer. Für eine größere Runde kannst du im Krug arbeiten, solange du sofort ausschenkst.
In kaltem Alkohol löst sich Zucker schlecht. Deshalb drückst du ihn zuerst mit der Limette an, bevor Eis und Cachaça ins Glas kommen. Roll die Limette vor dem Schneiden mit etwas Druck über die Arbeitsfläche, dann gibt sie mehr Saft.
Probier nach dem Umrühren mit einem Löffel. Ist der Drink zu sauer, rührst du etwas feinen Zucker ein. Ist er zu süß, drückst du ein weiteres Limettenstück an.
So servierst du die Caipirinha
Die Caipirinha kommt im niedrigen, schweren Tumbler auf den Tisch. Eine Garnitur sieht die IBA nicht vor, die Limettenstücke im Glas reichen. Ein kurzer Rührstab ist praktisch, weil sich der Zucker am Boden sammelt.
In Brasilien trinkt man sie gern zur Feijoada, zum Churrasco und zu Snacks wie Pastel, Pão de queijo oder frittiertem Maniok. Die Säure passt gut zu Fett und Salz. Wie ein Abend in einer Churrascaria mit Rodízio abläuft, liest du in unserem Artikel Churrascaria und Rodízio. Lokale in deiner Nähe findest du im Verzeichnis Churrascarias in Deutschland.
Unterschätz die Stärke nicht. 60 ml Cachaça mit 40 Volumenprozent enthalten rund 19 Gramm reinen Alkohol, ungefähr so viel wie ein halber Liter Bier. Stell deshalb ein Glas Wasser dazu.
Häufige Fragen
Welcher Zucker gehört in eine Caipirinha?
Weißer Zucker. Die IBA nennt in ihrem offiziellen Rezept weißen Rohrzucker, normaler Haushaltszucker funktioniert genauso. Brauner Rohrzucker, wie ihn viele deutsche Bars nehmen, überdeckt mit seinem Karamellgeschmack die Cachaça.
Was ist der Unterschied zwischen Caipirinha, Caipiroska und Caipiríssima?
Die Zubereitung ist gleich, nur die Spirituose wechselt. In die Caipirinha kommt Cachaça, in die Caipiroska Wodka und in die Caipiríssima Rum.
Crushed Ice oder Eiswürfel?
Eiswürfel, am besten grob gebrochen. So steht es auch im IBA-Rezept. Fein zerstoßenes Crushed Ice schmilzt schneller und verwässert den Drink.
Quellen
Diese Quellen liegen dem Text zugrunde.
- International Bartenders Association (IBA): Caipirinha, offizielles Rezept (cracked ice, muddle gently), geprüft am 07.10.2026 (öffnet in neuem Tab) iba-world.com
- Decreto nº 12.709, de 31 de outubro de 2025 (Art. 54 Cachaça und Cachaça de alambique, Art. 74 Caipirinha, Art. 240 Aufhebung des Dekrets 6.871/2009), Planalto, geprüft am 07.10.2026 (öffnet in neuem Tab) planalto.gov.br
- Decreto nº 4.062, de 21 de dezembro de 2001 (Cachaça als geografische Angabe), Planalto, abgerufen am 28.09.2026 (öffnet in neuem Tab) planalto.gov.br
- IBRAC Instituto Brasileiro da Cachaça: Curiosidades (A Caipirinha), abgerufen am 28.09.2026 (öffnet in neuem Tab) ibrac.net
- IBRAC: Mercado Externo (Exportdaten 2022), abgerufen am 28.09.2026 (öffnet in neuem Tab) ibrac.net
- IBRAC: Cachaça e Madeiras, abgerufen am 28.09.2026 (öffnet in neuem Tab) ibrac.net
- IBRAC: O que é a Cachaça?, abgerufen am 28.09.2026 (öffnet in neuem Tab) ibrac.net
- Caipirinha (Wikipedia, portugiesisch, zur Herkunftsversion nach Câmara Cascudo), abgerufen am 28.09.2026 (öffnet in neuem Tab) pt.wikipedia.org
- Caipirinha (Wikipedia, deutsch), abgerufen am 28.09.2026 (öffnet in neuem Tab) de.wikipedia.org
- Persian lime (Wikipedia, englisch), abgerufen am 28.09.2026 (öffnet in neuem Tab) en.wikipedia.org
- FreshPlaza: Brazil leads the Tahitian lime market in Europe (24.07.2026, Exportmengen Brasilien und Mexiko), abgerufen am 07.10.2026 (öffnet in neuem Tab) freshplaza.com
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